Intermittierendes Fasten

Ob als Mittel zum nachhaltigen Abnehmen, als Lebensstilveränderung oder zur Optimierung der Gesundheit - es gibt viele Gründe eine Form des intermittierenden Fastens auszuprobieren.

In diesem Artikel stelle ich die verschiedenen Arten dieser Form des Fastens vor. Wie der Begriff intermittierend schon andeutet, hat es nichts mit einer Nulldiät zu tun, welche auch nicht zu empfehlen ist!

Welche Gründe gibt es für intermittierendes Fasten? An erster Stelle stehen die positiven Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel, welcher heutzutage einer der größten Risikofaktoren in der modernen Ernährungsweise darstellt. Ein konstant zu hoher Blutzuckerspiegel ist zum einen Auslöser für diverse Krankheitsbilder wie z.B. Diabetes Typ II oder wirkt begünstigend bei der Entstehung anderer Erkrankungen.  Durch die Regulation des Blutzuckerpspiegels wirkt es ebenfalls als Schutz für die Nerven und hilft dem Körper dabei schützende Proteine und Enzyme mit antioxidativer Wirkung zu produzieren. Weiterhin verbessert sich das Energielevel auf Dauer durch einen stabilen Blutzuckerspiegel.

Ein weiterer Grund ist die Reduktion von chronischen Entzündungsprozessen und einer Senkung des Blutdrucks. Auch auf den Cholesterinspiegel wirkt sich intermittierendes Fasten begünstigend aus, indem es das Verhältnis von HDL ( High Density Lipoprotein )und LDL  (Low Density Lipoprotein) beeinflusst.

Es gibt noch weitere positive Wirkungen. Intermittierendes Fasten verbessert die Verdauung und stärkt das Immunsystem des Körpers. Alle 90 Minuten entstehen im Dünndarm peristaltische Wellen, die man migrierender motorischer Komplex nennt. Dieser dient als Reinigungsprozess des Körpers und wird durch ständiges "Snacken" unterbrochen und begünstig die Entstehung einer Dünndarmfehlbesiedlung. Desweiteren hilft es beim Muskelaufbau und verbessert die Fettverbrennung durch eine vermehrte Ausschüttung von Wachstumshormonen. Entscheidend dabei sind natürlich auch die Mahlzeiten, die man während den Essenszeiten zu sich nimmt. Noch ein entscheidender Grund ist die gewonnen Flexibilität im Alltag, Zeit und Kostenreduktion.

 

Wählen Sie einen Form die zu Ihnen und Ihrem Alltag passt:

  1. 5:2 Tage Diät: Fasten an 2 Tagen die Woche mit einem maximalen Kalorien-Intake von 500 kcal für Frauen und 600 kcal für Männer. Wasser ist selbstverständlich erlaubt.
  2. 16:8 Ernährung: Sie haben 16 Stunden, an denen Sie nichts essen sollen und 8 Stunden, an denen Sie essen können. Die Zeiten können Sie flexibel einteilen. Die Schlafzeit zählt ebenfalls als Fastenzeitraum.
  3. 20:4/Warrior Diät: Diese Form des Fastens ist deutlich extremer und ist nur für einen Zeitraum von wenigen Wochen zu empfehlen. Hierbei haben Sie einen Fastenzeitraum von 20 Stunden und ein Zeitfenster von 4 Stunden, in dem gegessen werden darf. Allerdings ist die Fettverbrennung hierbei extrem angekurbelt.
  4. 32:12 Diät: Bei dieser Form fastet man jeden zweiten Tag. Man beginnt um 8 Uhr morgens und isst ganz normal bis 20 Uhr. Danach wird in der Nacht und am nächsten Tag nichts gegessen. Erst am zweiten Tag beginnt man wieder mit dem Frühstück.
  5. 4 Stunden Regel: Recht simpel - man darf nur alle 4 Stunden etwas essen.
  6. Drei Mahlzeiten am Tag: Der Klassiker mit Fastenzeiträumen von ca. 6 Stunden.
  7. Ein Fastentag pro Woche: Bei dieser Form geht es darum, das Gewicht zu halten.
  8. Einen Tag Fasten, einen Tag essen: Diese Form stellt die effizienteste Methode zur Gewichtsreduktion dar.
  9. Dinner Cancelling: Verzicht auf das Abendessen.
  10. Breakfast Skipping: Das Pendant zum Dinner Cancelling, bei dem man das Frühstück auslässt.

Das sind alle herkömmlichen Möglichkeiten des intermittierenden Fastens. Wichtig ist, dass man die Form an seinen Alltag anpasst. Wenn man Sport treibt, kommt es auf die Sportart an: Wenn man durch Kraftsport Muskeln aufbauen möchte, bietet es sich an nach dem Training zu essen. Betreiben Sie eher Ausdauersport, macht es Sinn vor der Trainingseinheit zu essen. 

Auch beim intermittierenden Fasten heißt es Ausprobieren. Es gibt keine Patentlösung für jedermann!

 

Auch wenn man mit intermittierendem Fasten hervorragend abnehmen kann, stellt diese Ernährungsform keinen Freibrief dar, sich mit "Schrott" vollzustopfen. Entscheidend hierbei ist nach wie vor die biochemische Individualität und die individuelle Verteilung der Makronährstoffe bei den Mahlzeiten zu beachten!