Epigenetik -- Raus aus der Opferrolle!

Entgegen der alten Meinung, dass unsere Gene feste Determinanten seien, zeigen die neusten Forschungen, dass wir mehr Einfluss auf unsere Gene haben als zuvor angenommen.

Die Entstehung von Krankheiten genau wie unsere Gesunderhaltung hängt zu einem massiven Teil von unserem Lebensstil ab.

Unsere täglichen Entscheidungen machen mehr als 85% aus, wenn es um die Entwicklung von Erkrankungen geht. Wir sind also nicht mehr Opfer unserer vermeintlich schlechten Gene, sondern finden uns getrost in der Täterrolle wieder! Es stimmt, dass manche Menschen robustere Gene haben und vielleicht weniger anfällig sind für bestimmte Störungen. Allerdings kann jeder das Beste aus seinen Genen rausholen. In jedem Menschen finden sich Schwachstellen oder so genannte Prädispositionen, die sich über Genomanalysen bestimmen lassen können. Das heißt aber keinesfalls, dass es zur Manifestation einer gesundheitlichen Störungen kommen wird, auf der Basis dieser Disposition. Es sei denn wir treffen täglich über einen längeren Zeitraum die falschen Entscheidungen und "rütteln" an dem schwachen Glied in der Kette. So kommt es dann über kurz oder lang zur Entstehung von Krankheiten.

Diabetes Typ II als Beispiel kann nicht zwingend als Krankheit bezeichnet werden. Diese Form des Diabetes ist eine phänotypische Anpassung des Körpers an die Fehler in der Lebensführung (falsche Entscheidungen) und ermöglicht es dem Menschen, bis zu einem gewissen Grad so weiter leben zu können, bis letztendlich das System kollabiert.

Ein weiteres Beispiel ist die Entstehung von Autoimmunerkkrankungen: Eine Studie hat 2004 herausgefunden, dass bei der Entstehung von Autoimmunprozessen eine Trilogie vorlegen muss.

1. Die genetische Prädispoition muss vorhanden sein. 2. Die Person muss in einem Umfeld leben das zur Expression des Gens führt. 3. Manifestation eines Leaky Gut Syndroms (durchlässiger Darm) -- Aufgrund von Lebensmitteln die Entzündungen an der Darmschleimhaut auslösen (Zucker, Milchprodukte, Gluten, Soja).

Wir haben nicht viel Kontrolle im Leben, allerdings gibt es entscheidende Punkte über die wir definitiv Kontrolle haben können.

Wenn es an die alltäglichen Entscheidungen im Leben geht, kann man 3 Kategorien festlegen, denen man nähere Aufmerksamkeit zukommen lassen sollte.

1. Physische Entscheidungen: Beispielsweise betrifft das unsere Aktivitäten, wie oft bewege ich mich pro Woche und in welcher Form. Sportliche Betätigung hat unzählige präventive Wirkungen, die auf epigentetischem Wege unsere DNA modulieren. Des weiteren kann ich entscheiden, wann ich zu Bett gehe, was möglichst angepasst an die Zirkadianrhytmik sein sollte.

2. Biochemische Entscheidungen: Damit ist all das gemeint, was ich von innen oder außen in und an meinen Körper lasse. Vorne Weg die Lebensmittel, die meinen natürlichen Bedarf an Nährstoffen decken sollten. Mittlerweile ist genügend Evidenz da, dass endlich einheitlich erkannt wird, dass wir alle Unikate sind und unterschiedliche biochemische Bedürfnisse haben. Medikamente verstoffwechselt jeder anders, genauso wie manch einer einen erhöhten Bedarf an Vitamin A hat und  dementsprechend seine Ernährungsweise anpassen kann und sollte.

3. Spirituelle Entscheidungen: Man kann daran arbeiten sein Bewusstsein und seine Gedanken zu kontrollieren. Ich kann entscheiden, was ich denke und zukünftig mehr denken will (Autosuggestion)! Somit beeinflusse ich meine Emotionen und dadurch mein ganzen Organismus. Ich kann ein Mindset der Dankbarkeit entwicklen und mir die Dinge bewusst machen, für die ich tiefen Dank empfinde. Dadurch werden Gehirnareale angesprochen und mit der Zeit bilden sich, durch das Phänomen der Neuroplastizität Nervenzellverbindungen, die meine Art zu denken positiv beeinflussen.

Des weiteren kann ich mich entscheiden, welche Beziehungen ich eingehe. Die 5 Personen mit denen  ich am meisten Zeit verbringen, sind auch diejenigen, die meinen Lebensstil mit am meisten beeinflussen. Also auch Obacht bei der Auswahl seiner Nächsten.

Nur wenn wir unseren Lebensstil anpassen können wir das Beste aus unseren Genen herausholen. Dazu benötigen wir ein bestimmtes Verständnis von Gesundheit. Gesundheit bedeutet nicht nur die simple Abwesenheit von Krankheit, sondern das vollständige seelische, körperliche, soziale und auch finanzielle Wohlbefinden.