VEGAN?!

VEGAN?! Zu der Frage, ob der Mensch wirklich ein Pflanzenfresser war, ist oder noch wird.

 

Die häufigsten Argumente der Menschen die eine vegane Ernährungsweise propagieren sind folgende.

1. Pflanzliche Nahrung sei gesünder als tierische (oft wird hierbei auf die China Study verwiesen, die bei erneuter Auswertung eigentlich ergeben hat, dass Getreide das viel größere Problem ist)
2. Der Mensch ist ein Pflanzenfresser aufgrund bestimmter Merkmale seiner Anatomie und Physiologie
3. Pflanzliche Nahrung liefert die gleichen Bausteine wie eine Mischkost aus tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln.
4. Ethische Gesichtspunkte, was Tierhaltung-, tötung usw. betrifft
5. Ökonomische und ökologische Faktoren, wie die massive Wasserverschendung, Rodung von Wäldern, Treibhausgasen etc.

 

Für sich genommen, sind das alles ziemlich gute Gründe für eine vegane Ernährungsform. Betrachten wir diese doch etwas genauer:

Zu Punkt 1: Pflanzliche Nahrung ist weder gesünder noch schlechter als tierische Kost. Vorausgesetzt, aber das gilt für beide Nahrungsquellen, sie sind ökologisch erzeugt. Kein Pestizideinsatz bei Pflanzen, keine Antibiotika, Hormone usw. bei Tieren. 
Zudem weiß man inzwischen, dass Ernährung bei weitem deutlich individueller ist, als lange Zeit angenommen. Wer Vegan propagiert, macht nichts anderes als die DGE und verordnet jedem die gleiche Kost. Ohne der biochemischen Individualität Rechnung zu tragen, die wissenschaftlich erwiesen ist und immer besser erforscht wird.
Historisch betrachtet hat der Mensch je nachdem wo er sich auf dem Erdball befunden hat, verscheidene Nahrungsquellen sich erschließen müssen. Auch wenn in unsrer globalisierten Welt alles zu jeder Zeit vorhanden ist, bedeutet das noch lange nicht, dass die exotische Frucht aus Fernost gesund für meinen Körper ist. 

Zu Punkt 2: Demgegenüber stehen eigentlich alle Erkenntnisse der Biologie, Evolution und Physiologie sowie Biochemie.
Hier ein paar Beispiele: Das Gebiss des Menschen besitzt alle Zahnkategorien die es gibt. Er hat Schneide bzw. Fangzähne, Mahlzähne usw. Auch der Kauvorgang gleicht nicht dem eines Pflanzenfresser. Denn er mahlt nicht seine Kost. Der Darm hat ebenfalls eine hybride Länge, die stark variieren kann. Die Länge des Blinddarms beträgt 5cm, wohingegen die Blinddarmlänge bei Pflanzenfresser bis zu 2m lang ist. Dort finden in Symbiose mit Bakterien Gärprozesse von Pflanzennahrung statt.
Unser energetisches System gleicht auch eher einem hybriden bzw. einem Omnivoren (Allesfresser) Esser. Wir schlafen nicht 90% des Tages wie es z.B. besonders spezialisierte Pflanzenfresser wie der Koala es tun, aufgrund der sehr energielosen Nahrung.
Des weiteren hätten wir uns nie so weiterentwickelt, hätten wir nicht energiereichere Kost zu uns genommen und gelernt diese zuzubereiten um unseren Verdauungstrakt zu entlasten und mehr Nährstoffe aufzunehmen. Natürlich sind wie auch keine Wiederkäuer wie z.B. Kühe, die eigentlich nichtmal das Gras verwerten sondern die Bakterien verstoffwechseln, die ihnen bei der Aufspaltung helfen. Gras hat nunmal nicht so viele Nähstoffe und Energie. 

Zu Punkt 3: Weitestgehend geht es hierbei um den Makronährstoff Eiweiß. Gegen pflanzliche Eiweißquellen ist überhaupt nichts einzuwenden. Allerdings darf man nicht nur auf dieser oberflächlichen Ebene bleiben. Jede Eiweißquelle ist verschieden und es gab niemals eine Kultur, die rein pflanzlich gegessen hat. Der Konsum von tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln unterliegt starken Schwankungen. Wobei man eine deutliche Tendenz sieht von der Äquatorregion bis zu den Polen. 
Tierische Eiweißquellen liefern weitaus andere Nährstoffe als Pflanzen, werden anders verdaut und verstoffwechselt. Dieser Prozess, wie der Mensch aus der Nahrung Energie gewinnt, wie sie auf seinen Metabolismus wirkt ist gänzlich verschieden. 
Aus diesem Grund greift auch hier wieder das Indiviualitätsargument. Wir sind alle sehr verschieden, unsere DNA tickt anders von Mensch zu Mensch und wir müssen darauf achten, wie wir uns nach dem Essen fühlen. Eiweiß ist nicht gleich Eiweiß auch wenn das Aminosäureprofil gleich ist. Nahrung ist Information und dabei ist die Quelle ganz entscheidend.

Zu Punkt 4 und 5: Dies sind meiner Meinung nach die entscheidenen Argumente der Veganer. Genau aus diesem Grund kann man die vegane Ernährungsweise als ein Produkt der Kultur, unserer Gesellschaft verstehen. Es ist die Antwort der Menschen auf unsere Lebensweise. Leider wird diese Antwort oft dogmatisch gesetzt und alles andere verachtet. Ich bin mir nicht sicher ob das die richtige Antwort ist. Denn nicht für jeden ist eine rein vegane Ernährungsweise geeignet. Für viele mag es sich sicherlich richtig anfühlen, dann ist es auch gut so. Wenn man gesund ist, sich wohlfühlt, gut schläft, sich satt fühlt, selten krank ist, sein Optimalgewicht hat, gut Muskeln aufbaut, viel Energie und Antrieb hat. Wenn alle diese Kriterien und noch mehr erfüllt sind, diese auch über einen längeren Zeitraum (Jahre) anhalten, dann ist es womöglich die individuell richtige Ernährungsform.

Was die ethischen Kriterien betrifft, denke ich, dass Veganismus nicht die einzig richtige Antwort auf unsere Lebensweise ist. Wir können Tiere essen, ohne unsere Welt zu Grunde zu richten und nachhaltig und empathisch unser Fleisch produzieren. Das Problem ist Letztendes unsere geldzentrierte Wirtschaft und Industrie.
Aber da ist der Konsument gefragt. Jedes Stück Fleisch was gekauft wird, kann entweder biologisch erzeugt sein oder nicht. Der Konsument hat das Veto!

Zusammengefasst: Der Mensch war, ist und wird höchstwahrscheinlich immer ein Allesfresser bleiben mit einem genetisch festgelegt Stoffwechseltyp welcher seinen Nährstoffbedarf determiniert.
Wir sollten jedoch darauf achten, wer unser Fleisch produziert, wie unser Fleisch produziert wird und den Konsum anpassen, reduzieren und bewusster essen.
Alle dogmatischen Setzungen sind völliger Quatsch und führen nur zu einer Spaltung und einer Kontroverse die nicht unbedingt zielführend ist. Jeder muss für sich selber rausfinden was gut für einen ist. Hierbei heißt nicht, dass Vegan automatisch gesund ist.