Das Gesetz der Faulheit

Das Gesetz der Faulheit:

 

In der Antike übte man sich noch im Müßiggang und Nichts-tun war die Tagesordnung der Privilegierten. Arbeit war etwas für Sklaven. Es regierte die Faulheit.

 

Vor rund 200-300 Jahren etablierte sich zunehmend unsere heutige Leistungsgesellschaft. Erwerbsarbeit ist eng verknüpft mit sozialem Status. Der nicht-arbeitende Teil der Bevölkerung wird stigmatisiert und gesellschaftlich geächtet.

 

Nur wer viel leistet ist auch etwas wert. Viel zu tun zu haben, wenig Zeit zu haben, sind oft Ausdruck dafür, voll im Leben zu stehen. Man bekommt Anerkennung. Egal ob die Gesundheit leidet und der Mensch allmählich zerbricht. Wer nicht vorwärts prescht geht rückwärts. Der unstillbare Durst nach mehr, gespeist von einem kollektiven Glaubenssatz der Knappheit treibt unsere Gesellschaft an. Nur wohin und zu welchem Preis? 

 

So ziemlich jede Technologie die in jüngster Vergangenheit erfunden wurde diente dazu uns Zeit zu ersparen um mehr Freizeit zu haben, weniger schwere Arbeit zu leisten. Angefangen bei der Waschmaschine weiter über Auto, Kommunikationstechnoligien und vieles mehr. All das scheint aber nur zu mehr Beschleunigung geführt zu haben, zu einem noch-mehr. Es werden Dinge gekauft die niemand braucht, es werden Werte glorifiziert die eigentlich keine sind. Die Statussymbole Auto, Haus, ein volles Konto, teure Kleidung und Luxus sind nach wie vor vorherrschend und befeuern die Leistungsmaschinerie immer nur noch mehr.

 

Die Entlastung von schwerer Arbeit durch Maschinen führte dazu das die meisten Menschen einen sitzenden Beruf ausüben und es in Zukunft immer mehr wird. Der technische Fortschritt ist nicht aufzuhalten. Die Digitalisierung löst viele automatisiertere Tätigkeiten ab. Die durch sitzende Jobs entsandten Bewegungsarmut macht die Menschen träge und fördert die falsche Form der Faulheit. Der menschliche Geist mag abends völlig ausgelaugt zu sein, während der Körper den ganzen Tag auf Aktivität gewartet hat. Der Puls hat keine wirklichen Spitze erreicht, wenn überhaupt durch Ärger bei der Arbeit. Abends wird dann in der Horizontalen gefaulenzt und hochkalorisches Junkfood verspeist. 

 

Auf der einen Seite beschleunigt der technische Fortschritt das Leistungsdenken angetrieben von einem verzerrten Menschenbild aus dem Silicon Valley. Auf der anderen Seite können wir unseren Hang zur Faulheit durch diese Technologien ausüben. Das Auto hindert uns am Laufen, der Fahrstuhl und die Rolltreppe am Treppensteigen, der Sprachassistent am aufstehen, Suchmaschinen am selber denken, Einparkhilfe, elektrische Fensterheber und viele andere Hilfsmittel auch außerhalb des Autos reduzieren unsere tägliche Bewegung auf ein Mindestmaß.

 

Doch wir dürfen nicht vergessen, dass alles seinen Preis hat und die Ressourcen nicht unendlich sind. Es ist mehr als genug da, aber eben nicht unendlich. Es ist an der Zeit seine Verhaltensweisen zu reflektieren. Wieder anfangen selber zu denken, aktiv zu werden, ein genug zu akzeptieren, alte Werte wieder aufleben zu lassen und neue humanitäre zu schaffen.

 

 

Tu es Dir zu Liebe und für die zukünftigen Generationen. Sei hin und wieder faul, endschleunige und nimm dir Zeit für dich und was dir lieb ist. Reflektiere die von der Gesellschaft indoktrinierten Verhaltensweise und Ansichten wie du dein Leben zu Leben hast. Löse dich von Dingen und hör auf dein Ich über Materielles auszudehnen. Finde Erfüllung in Dir und eine gesunde Form der Faulheit die nicht von einer Trägheit deines Herzens herrührt. Trägheit die entsteht durch einen Mangel an Sinnhaftigkeit, Motivation und Energie.