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Was macht die Menschen DICK?

Was macht die Menschen DICK?

#1
Neben unserem Lifestyle, der um beim Thema zu bleiben, ein wahres Schwergewicht ist, wenn es um die Anzahl an Gründen für Übergewicht und Fettleibigkeit geht spielen auch unsere Gene eine Rolle.

Der Mensch entwickelt sich zusammen mit seinem genetischen Erbe und der Umwelt. Gene steuern unser Verhalten, unseren Hunger, die Speicherung von überschüssiger Energie und nicht zuletzt unseren Stoffwechsel und wie wir mit unserer Nahrung umgehen.

Je nach Körpertypolgie tendieren Menschen dazu zusätzliche Energie schneller zu speichern als andere. Manche kratzen ihr Leben lang am Untergewicht und wünschen sich sogar etwas zuzulegen. Luxusprobleme sagen da die Übergewichtigen. Aber auch das erzeugt Leidensdruck. 

#2
Das Essverhalten hat viel mit der Verfügbarkeit von Nahrung zu tun. Dadurch das zu jeder Tag und Nachtzeit Nahrung vorhanden ist, führt dazu, dass unbewusst gegessen wird. Menschen nehmen also Nahrung zu sich ohne es zu bemerken oder vergessen es schnell wieder. Ein genaues Tagesprotokoll kann die Wahrnehmung und Erkenntnis fördern.

Fast Food Läden sind oft 24 Stunden geöffnet und in Stadtgebieten kommen auf 100 Metern Weg, 10 Läden. Man hat sogar die Qual der Wahl, welchen "Müll" man konsumiert. 
Es fehlen gesunde Alternativen. Auch eine Zuckersteuer würde Sinn machen. In England gibt es z.B. 58.000 Fast Food Läden. Trend steigend.

#3
Jedes mal wenn wir etwas essen, füttern wir ca. 1 Billion Bakterien in unserem Darm. Auch unsere Mitbewohner bevorzugen diverse Nahrungsmittel. 
Die Auswahl unserer Nahrungsmittel hat also zur Folge, dass wir Einfluss auf unsere Darmflora haben.

An tausenden von Menschen und Zwillingsstudien konnte nachgewiesen werden, dass jene mit Übergewicht eine reduzierte Vielfalt an Darmbakterien haben. Bedeutet: Geringere Bakterienvielfalt = Übergewicht?!

Die gesundheitsförderlichen und gewichtsregulierenden Bakterien ernähren sich von Ballaststoffen (Gemüse, Obst, Nüsse, Samen...). Die krankheits- und übergewichtsfördernden laben sich an Zucker, Stärke, Mehlprodukten etc. Ein weiteres Problem ist, dass die Verwertung der Nahrung zunimmt, je mehr die "schlechten" Bakterien die Überhand haben. Ein Teufelskreis.

Wenn wir mal die Übermittlung der Darmflora auf seine Nachkommen betrachten, ergeben sich neben der genetischen Vererbung des Stoffwechsels eine weitere Gefahr der Disposition für Übergewicht. Der Status des Mikrobioms der Mutter ist der Startpunkt für die Darmflora des Kindes. Hinzu kommt natürlich, womit die Bakterien in den ersten Jahren gefüttert werden. Ab dem 2.-3. Lebensjahr ist die Darmflora recht stabil.

Eine Stuhlanalyse kann Aufschluss geben und mit einer Umstellung der Ernährung und Probiotischen Ergänzungen können Veränderungen erzielt werden. Sogar mit Stuhltransplantation wird experimentiert. Auch im Zusammenhang mit Depressionen, aber dazu an anderer Stelle vielleicht mehr.

#4
Auch wann wir essen macht einen Unterschied. Die gleiche Mahlzeit wirkt sich frühmorgens anders aus als am Abend gegessen. Auch die Zeit zu der die letzte Mahlzeit zu sich genommen wird, hat sich in den letzten Jahren von 17:30 auf 21-22 Uhr verlagert. Das verringert zudem auch noch die Fastenzeit. Diese sollte ein Minimum von 12 Stunden betragen.

Morgens zu sich genommen hebt die Mahlzeit den Blutzuckerwert und den Blutfettwert geringer an als abends. Auch die Dauer die es braucht bis die Werte wieder absinken ist abends verlängert. 

Abends/Nachts ist der Körper vornehmlich mit dem Aufbau von Körpersubstanz beschäftigt, als mit dem Abbau, wie es morgens und tagsüber der Fall ist. 
Heißt aber nicht, dass Abends keine Kohlenhydrate gegessen werden sollten. Das hängt stark vom Stoffwechsel ab.

Wichtig ist, das wir wieder ein natürliches Essverhalten an den Tag legen. Regelmäßige Fastenzeiten einlegen, Orientierung an dem natürlichen Circadianrhytmus, der unsere innere Körperuhr steuert die ihren Sitz im Hypothalamus hat.

#5
Schlafmangel über eine längere Dauer, aber auch kurzfristig zu wenig Schlaf, verändert unter anderem die Aktivität bestimmter Darmbakterien. Wir nehmen dadurch effizienter Energie auf, die in Fettzellen gespeichert wird. 

Zudem bekommen wir Hunger auf hochkalorische Nahrungsmittel und zuckerhaltiges. Das ist natürlich ein böse Mischung und potenziert sich langfristig.

#6
Ein allgemein bewegungsarmer Lebensstil, der wenig spontane Aktivität (NEAT) enthält, ist ein weiteres Schwergewicht unter den Dickmachern der heutigen Zeit.

Es muss nicht einmal der Gang ins Gym sein. Treppen steigen, strammes Gehen, lange Sitzphasen vermeiden, die den Stoffwechsel einschlafen lassen, fördern den Umsatz von Energie.

 

Solltest Du also Probleme mit Übergewicht haben, kannst Du vielleicht an einigen Dingen in Deinem Lebensstil schrauben und der schleichenden Verfettung entgegenwirken.

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